Sensationeller erster Platz beim Akkordeon World Music Festival

 

Am vergangenen Wochenende trafen sich rund 5000 Akkordeonisten zum 13.  World Music Festival in Innsbruck, um die besten Orchester und Ensembles der Akkordeonszene zu ermitteln. Nach einem dritten Platz im Jahr 2013 und einem ersten Platz im Jahr 2016, beides in der zweithöchsten Kategorie, traten das Mannheimer Orchester „Akkordeon im Quadrat“ und das „Hohner-Akkordeonorchester Reilingen“ gemeinsam in der höchsten Kategorie gegen starke Konkurrenz von 26 Orchestern aus Deutschland und dem europäischen Ausland an. Unter der Leitung von Johannes Grebencikov wurde Thomas Bauers „Einimegajuma“ aufgeführt. Dieses technisch und musikalisch sehr komplexe Werk erzählt die Lebensgeschichte eines nicht mehr ganz jungen Mannes von der Geburt über die erlebte Kriegszeit und persönliche Höhen und Tiefen hinweg und endet mit einer brillanten Toccata, in der der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von dem 40-köpfigen Orchester gespielt und gesungen wird. Zuhörer und Jury waren gleichermaßen begeistert, 47,8 von 50 möglichen Punkten brachten einen sensationellen ersten Platz. Diese Platzierung konnte erstmals in der Geschichte dieses seit 1983 ausgerichteten Festivals in die Metropolregion geholt werden.

„Einimegajuma“ wird auf dem Jahreskonzert von Akkordeon im Quadrat am 24. November 2019 in der Rheingoldhalle Mannheim zu hören sein.

Konzert am 25.11.2018 Akkordeon im Quadrat - mitreissend konzertant

Das Konzert wurde durch das Jugendorchester von AiQ und dem Hohner Akkordeonorchester Reilingen unter Leitung von Johannes Grebencikov mit Spain von Chick Corea eröffnet. Diese Formation hatte im letzten Jahr am Bundesjugendorchester-Wettbewerb in Düsseldorf teilgenommen und mit der Bestnote „hervorragend“ abgeschnitten, so Markus Als, der die über 350 Zuhörer begrüßte und charmant durch den Abend führte. Danach tauschte er das Mikrofon gegen den Taktstock und rockte mit 20 Kiddies die Bühne. Die Begeisterung der Kinder sprang sofort auf das Publikum über, das die beiden fünfstimmigen Stücke Akki’s Heartbeatsong und Voll Cool mit donnerndem Applaus feierte; sicherlich eine tolle Motivation der jungen MusikerInnen für das nächste Konzert.

Anschließend unterhielt das 2. Orchester mit bekannten Melodien. Der Leiter dieses Orchesters, Wolfgang Trumpfheller hatte die dargebotenen Stücke Black Bottom, eine Tango Fantasie sowie ein Peter Kraus Medley geschickt ausgewählt. Sie passten perfekt auf seine Spieler und die Melodien kamen hervorragend beim Publikum an. Abgeschlossen wurde der erste Teil durch das Jugendorchester mit Sandstorm, einem technisch sehr anspruchsvollen und aufgrund des massiven Einsatzes von „Bellowshakes“, dem schnellen Wechseln des Akkordeonbalgs im Sechzehntelrhythmus sehr wirkungsvollen Stücks sowie Queens „We will rock you“.

Teil 2 wurde mit Sir Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ eröffnet. Das erste Orchester unter Leitung von Johannes Grebencikov, unterstützt durch vier Perkussionisten an Pauken, Schlagzeug und Xylophon arbeiteten die unterschiedlichen Facetten dieser Komposition in überzeugender Weise heraus. Gerade bei den getragenen melodischen Passagen konnte das Orchester seine überragende Musikalität ausspielen. Aber man kann auch schnell: Alberto Ginasteras Danza Final aus der Estancia-Suite wurde in dem vom Komponisten und Dirigenten verlangten atemberaubenden Tempo dargeboten und trotzdem die musikalischen Feinheiten nicht außer Acht gelassen. Nach den beiden ersten Stücken hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen und es gab die ersten Standing Ovations.

Der musikalische Höhepunkt des Abends waren danach die „Werzensangelegenheiten“. Matthias Matzkes Erstlingswerk war im Frühjahr gemeinsam mit dem HAO im Rokokotheater uraufgeführt worden. Es beschreibt in sechs Sätzen Szenen aus dem Leben von Herbert Werz, einem bekannten Stuttgarter Unterstützer der Akkordeonszene. Johannes Grebencikov führte in gewohnt lockerer Art in das technisch wie musikalisch sehr anspruchsvolle Stück ein, so dass man beim Zuhören die Gedanken des Komponisten nachvollziehen konnte. Standing Ovations und der Ruf nach Zugaben waren auch hier der Lohn des Publikum, darunter auch der Komponist Matthias Matzke und Herbert Werz.

Erste Zugabe war David Fosters „The Prayer“. Die Sopranistin Leonie Kratz, die bereits einen Gesangspart bei Werzensangelegenheiten übernommen hatte, sowie – Überraschung – Johannes Grebencikov boten ein Duett, das mit sehr viel Musikalität und Emotion dargeboten und durch das Orchester dezent untermalt wurde.

Lautstarke Forderungen des Publikums nach einer zweiten Zugabe wurden mit Lionel Ritchies All Night Long zufriedengestellt.

Insgesamt bot das Programm einen beeindruckenden Querschnitt durch die Akkordeonliteratur und unterstrich die seit Übernahme der musikalischen Leitung durch Johannes Grebencikov sehr positive Entwicklung des Vereins und insbesondere seines ersten Orchesters.

Den nächsten Konzerttermin 24. November 2019 sollten sich alle Freunde konzertanter Akkordeonmusik bereits jetzt vormerken.